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Reisemarkt 2017: Deutsche Urlauber geben mehr Geld pro Buchung aus – Unterschiede zwischen Online und stationären Reisebüros bleiben deutlich
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Würselen, 27. Februar 2018 – Die unterschiedlichen Vorlieben und Verhaltensweisen, die deutsche Reisende im stationären Reisebüro und auf Online-Reiseportalen zeigen, sind auch im Jahr 2017 ausgeprägt geblieben. Das ergibt die Jahresauswertung der Flug-Pauschalreisen, die Traveltainment und Amadeus Germany im Jahr 2017 über ihre Beratungs- und Buchungsprodukte für stationäre und Online-Reisebüros abgewickelt haben. Deutlichste Veränderung im Vergleich zu 2016: In beiden Vertriebskanälen, insbesondere aber online, haben höherpreisige Buchungen Anteile gewonnen – die Deutschen geben mehr Geld für Urlaub aus.

Traveltainment Bistro Portal gehört in der Kombination mit Amadeus Tour Market zu den präferierten Lösungen klassischer stationärer Reisebüros, die Traveltainment IBE ist bei einer Vielzahl von großen deutschen Online-Reiseportalen im Einsatz. Die Auswertung nimmt also Repräsentativität für sich in Anspruch. Sie berücksichtigt mehr als fünf Millionen Reiseteilnehmer aus Deutschland und sowohl Katalog- als auch Last-Minute-Angebote.

Die Ergebnisse:
Palma, Antalya und Hurghada waren 2017 online wie stationär die beliebtesten Urlaubsziele.
Gab es 2016 noch Unterschiede in der Reihenfolge, so war 2017 die Top 10 in beiden Vertriebskanälen fast identisch – nur auf Platz 9 stand in der Gunst der Online-Kunden Marsa Alam, im stationären Vertrieb Lanzarote. Online konzentriert sich das Interesse dabei eher auf die großen Ziele: Die Online-Top-3 versammelten 63 Prozent der Top-10-Buchungen auf sich, die stationären Top 3 57 Prozent.

Gruppen buchen eher im klassischen Reisebüro: Je mehr Personen miteinander verreisen, desto eher gehen sie in stationäre Reisebüros. Im Jahr 2017 umfassten hier 28 Prozent der Buchungen drei und mehr Personen, in den Online-Reisebüros waren es 20 Prozent. Umgekehrt wickelten Onliner logischerweise einen größeren Anteil an Buchungen mit einem oder zwei Gästen ab. Diese Verteilung ist nahezu identisch mit der des Jahres 2016.

Stationäre Kunden wollen eher längere Reisen: In einem waren sich stationäre und Online-Reisebüros auch 2017 gleich: Jeweils ein Drittel ihrer Kunden (34 Prozent) buchte mittellange Reisen von acht bis 13 Tagen Dauer. Reisen mit 14 Tagen und länger sind aber eher in stationären Reisebüros zu Hause, wo sie insgesamt 26 Prozent der Buchungen ausmachten (online: 17 Prozent). Dafür kommen Onliner mit 47 Prozent auf einen höheren Anteil von Reisen mit bis zu sieben Tagen Länge (stationär: 40 Prozent). Die Verteilungen unterscheiden sich nur minimal von denen des Jahres 2016: Reisen von acht bis 13 Tagen Dauer gewannen in beiden Kanälen einen Prozentpunkt Anteil (34 statt 33 Prozent), online verloren dafür kürzere Reisen bis sieben Tage leicht (47 statt 49 Prozent), stationär Reisen mit 14 Tagen und länger (26 statt 28 Prozent). Wer will, kann daraus eine Verschiebung zur Mitte ablesen – signifikant ist das aber nicht.

Stationäre Kunden buchen mehr Sterne: Vier-Sterne-Hotels sind wie schon im Vorjahr auch 2017 der Favorit in beiden Vertriebswegen – stationäre Reisebüros kamen 2017 auf einen Anteil von 61 Prozent in dieser Hotelkategorie, Online-Reisebüros auf 56 Prozent. Weil Fünf-Sterne-Häuser in beiden Vertriebskanälen elf Prozent Anteil erreichten, erzielten die Onliner im Bereich ein bis drei Sterne einen höheren Anteil (33 Prozent) als die Stationären (28 Prozent). Auch hier zeichnet sich im Vergleich zu 2016 eine leichte Verschiebung ab, und zwar nach oben: In den stationären Reisebüros verloren Hotels mit einem bis drei Sternen von 2016 auf 2017 zwei Prozentpunkte Anteil, dafür legten Fünf-Sterne-Häuser um einen Punkt zu. Online erreichten Hotels mit einem bis drei Sternen von 2016 auf 2017 drei Punkte weniger Anteil, dafür gewannen Vier-Sterne-Hotels zwei Punkte, Fünf-Sterne-Hotels einen Punkt.

Stationäre Kunden geben mehr Geld pro Buchung aus: Kunden klassischer Reisebüros buchten 2017 eher in Gruppen, eher mehr Sterne und dazu eher längere Reisen – das schlug sich wie im Vorjahr deutlich im Reisepreis pro Buchung nieder. So gaben in stationären Büros knapp ein Drittel der Kunden (32 Prozent) bis zu 1499 Euro pro Buchung aus, mehr als zwei Drittel (69 Prozent) 1500 Euro und mehr. Online lag das Verhältnis bei 53 Prozent (bis 1499 Euro) zu 47 Prozent (1500 Euro und mehr). Anders gesagt: Online-Reisebüros machten 2017 wie auch 2016 ihr Hauptgeschäft mit Reisen unter 1500 Euro, stationäre Büros mit Reisen über 1500 Euro. Allerdings scheinen sich hier die leichten Verschiebungen der anderen Parameter zu summieren – denn es gibt von 2016 auf 2017 einen deutlichen Trend zu höheren Ausgaben pro Buchung: Stationär stieg der Anteil der Buchungen mit 1500 Euro und mehr von 67 auf 69 Prozent, online von 41 auf 47 Prozent.

Online-Kunden buchen kurzfristiger: 60 Prozent der Gäste in klassischen Reisebüros legten 2017 ihre Reise elf Wochen vor Reisebeginn oder früher fest. Kürzere Vorausbuchungszeiten waren hier relativ gleichmäßig mit drei oder vier Prozent Anteil vertreten. Online aber machten nur 42 Prozent der Bucher elf Wochen oder früher Nägel mit Köpfen – dafür erreichten kürzere Vorausbuchungszeiten bis zu acht Prozent Anteil (Anteil der Buchungen eine Woche vor Reisebeginn). Im Vergleich zu 2016 lässt sich eine leichte Tendenz zum längerfristigen Buchen in den Zahlen erkennen: Der Anteil der Vorausbuchungsfrist „elf Wochen oder länger“ stieg in beiden Vertriebskanälen um ein bis zwei Punkte (online: von 40 auf 42 Prozent, stationär: von 59 auf 60 Prozent).

Deutsche Regionen buchen gleichmäßig online und stationär:
Wie 2016 auch, war die Rangfolge der Abflughäfen 2017 in beiden Vertriebskanälen nahezu identisch: Düsseldorf lag mit 18 bis 19 Prozent Anteil an der Spitze, gefolgt von Frankfurt am Main (15 bis 18 Prozent) und München (jeweils 12 Prozent). Einzelne Flughäfen erreichten in den beiden Top-10-Listen Unterschiede im Bereich von einem Prozentpunkt. Das führt zu einer leicht unterschiedlichen Rangfolge und dazu, dass am Ende der Online-Tabelle Berlin-Schönefeld auftaucht, am Ende der Stationär-Tabelle Nürnberg. Dahinter steht aber keine signifikante Bedeutung: Stationäre und Online-Buchungen verteilten sich deutschlandweit auch 2017 ungefähr gleich.

Erstmals hat Traveltainment die Qualität der Angebotsdaten in stationären und in Online-Reisebüros miteinander verglichen – und kommt zu dem Schluss, dass in stationären Reisebüros die Ergebnisse der Buchungsanfragen eine etwas höhere Datenqualität zeigen.

  • Das gilt insbesondere für die Preiskorrekturquote. Sie zeigt an, bei welchem Anteil der buchbaren Anfragen es im Verlauf des Buchungsprozesses zu einer Preisveränderung kam,
    weil der Reiseveranstalter zwischenzeitlich Preisänderungen vorgenommen hat. 20 Prozent oder weniger Buchungsanfragen mit Preisabweichung gelten als gute Qualität. Für die Top 10
    der meist angefragten Urlaubsziele wurde diese Grenze im stationären Vertrieb für fast alle Zielgebiete erreicht oder unterboten (Spanne: 16 bis 21 Prozent), im Online-Vertrieb fast
    durchgehend gerissen (Spanne: 19 bis 31 Prozent).
  • Die Verfügbarkeitsquote zeigte ein gleichmäßigeres Bild. Sie gibt an, wie viele Buchungsanfragen sich als tatsächlich buchbar erweisen. Gute Werte erreichen 80 Prozent
    oder mehr – und werden in beiden Vertriebskanälen souverän erreicht. Einzelne Zielgebiete erreichen dabei online bessere Werte, andere stationär.

„Online- und stationäre Reisebüros greifen auf dieselben Angebotsdaten zurück, sprechen aber andere Kundengruppen an und richten sich daher verschieden aus. Das spiegelt sich in der
Auswertung von Traveltainment Market Analytics zum Buchungsjahr 2017 wider – die Unterschiede zwischen den Vertriebskanälen sind deutlich“, sagt Bernhard Steffens, Vorsitzender der
Geschäftsführung von Traveltainment. „Gleichzeitig bleibt das Buchungsverhalten der Deutschen im Vergleich zum Vorjahr stabil. Der Trend zu höheren Ausgaben pro Buchung ist sicher ein Ausdruck
der steigenden Konsumlaune in Deutschland. Die anderen Verschiebungen dürften sich im Rahmen der normalen Schwankungsbreite bewegen.“

Steffens weiter: „Mit der Qualität der Angebotsdaten sind wir insgesamt zufrieden. Die Zahlen zeigen allerdings, dass die Preise im Online-Reisevertrieb deutlich volatiler sind als in stationären Reisebüros, was sich in häufigeren Preisänderungen bemerkbar macht. Dafür gibt es mehrere Gründe. Beispielsweise verkaufen Online-Reisebüros einen höheren Anteil dynamisch paketierter Reisen, die sich aus verschiedenen, sich rasch verändernden Leistungsträger-Datenbanken speisen. Dazu kommt sicher das Ertragsmanagement der Veranstalter, das im Online-Geschäft ausgeprägter zum Einsatz kommt als in klassischen Reisebüros.“

Die Top-10-Analyse ist eine Auswertung von Traveltainment Market Analytics, den Experten für Marktdaten bei Traveltainment. Traveltainment Market Analytics wertet im Kundenauftrag
Buchungsdaten für die Entwicklung touristischer Strategien aus.

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